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Brief von Helene und Henriette Brunner, 20.11.2010

Brief von Helene und Henriette Brunner aus Hohenems, an Jacob, Marco und Wilhelm Brunner in Triest, 20.11.2010:
Libe kinder,
eirrs ser werts schraibn ist undsch richtig zu kommen mit vilen fergn[i]gen da rays ersen eier bistis befintn [bestes Befinden]. Dsch'gleichn hobt eer [ihr] fun uns oych zi fernemmen.
Liber Jakob, wegn den Welhelem [Wilhelm] konsht sach rueg schlafen den[n] der Dogtter Grest sagte es hat kein[e] bitaytung, wegen den wert es nuhr recht anschtrengen, broicht nicht schonen, den[n] es fergib sich schoint baia einer kurze Zeit.
Liber Jakob, der Schnorman ist oich fun den Herschfelt (Hirschfeld) eweg, scheint aber mir, er weis doch nicht, wo er sich hentun sollt nach der chuel [allemannisches Dialektwort; meint eig. Kühle, hier: nach dem Winter], aber nach Bayern um etwasch an z'fangen.
Liber Mordechai, da kantsch wohl noch gresre brif schreibn den oi[?] der bist, wert der Jakob nicht dier forleschschn. Ich mecht doch fun den scheuoren [Juroren] gerne wegn (wissen), wasch fergeganen (vorgegangen) ist, dsch meschbet [jidd. Die Beurteilung] wer har [wer hat] gwonnen, er must onen 34f (Gulden) kestn bezallen.
Liber Welhelm [Wilhelm] do wert doch deine brider [Brüder] folgen und wert oich etwas ler[n]en und nicht schlefrreg sein, wi zu hois.
Libe Kinder, ich muste eich anzeigen dsch'der Menon baia dieje do wahr und erzehlte seer felles [sehr viel] fun eer, wi so fergneg [vergnügt] und zufretn [zufrieden] ist und alls gekug hat [gekuckt hat?]. Sie schreib emmer, eer solet [sollt] oich efter an eer schreiben. Si zalettach dsch bisgelt gerne [sie zahl auch das Porto gerne] und gris eich alle freinlich.
Verbleibe eire Mutter Helene.
[Henriette]
Teierste brider!
Eier sehr wehrdes schreiben erhilten mir und ersehen eier bestes wohlbefinden. Oich liebe brider hätten mir eich fun herzen gerne … mit Herrman etwas geschigt blos fir allen wahr es nicht ferdig und ein oder den andern hat es di liebe Mutter nicht gethan. Jetzt hand se bis nächste Gelegenheit fertig zu bringen.
Lieber Jakob, oich mus ich dir anzeigen, das[s] fargangene woch in Lindei wahr. Herr Allegsander redt uns [rät uns?] und wir wahren bei ihn[en]. Si erkundigten s[ich] nach dir und lassen dich alle grissen. Ich bleibe wi immer eiere Schwester Henriette.
[am Rand]
Rosinile sagt si mag eich nicht mehr schreiben, weil ihr ihr Schreiben nicht beandwordet.–
Liebe brider dismal habt ihr fihl z'lesen.


Besitzer/QuelleArchiv JMH
DateinameBrief_Helene_Henriette_Brunner_2020_11_20.png
Dateigröße641.53k
Größe461 x 582
Verknüpft mitHelene Marx

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