Jüdischer Friedhof Hohenems - Sektor A Reihe 1

Die transkribierten Grabstein-Inschriften finden Sie im
          verknüpften Personenprofil (rechte Spalte)         


|Zur Übersicht|
weiter zu Reihe 2


Treffer 1 bis 17 von 17    » Übersicht mit Vorschaubildern     » Diaschau

   Vorschaubild   Beschreibung   Verknüpft mit 
1
<b> Seligmann Mayer </b>
Seligmann Mayer
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 1

Steinmetz/Bildhauer: A. Mathis

Beschreibung:
Die Stele mit eingezogenem Rundgiebel steht auf einem schmalen Sockel, die wiederum auf einem glatten Postament aufsitzt. Der Sockel kragt mit einer Leiste nach vorne, ebenfalls der verstärkte Rundgiebel, auf den seitlich Eckakroterien aufliegen. Kleine Voluten schaffen einen sanften Übergang zwischen den Einzügen des Giebels zu beiden Seiten und der eigentlichen Grabplatte. In den Rundgiebel eingeschrieben, auf die Platte herunterhängend, hängen drei Blumen (eine Rose und zwei Astern) zwischen zwei Palmblättern, oben von einer Schleife, einem Band zusammengefaßt, herunter.
Sowohl die Palme als auch die Rose sind im diesem Kontext wohl vorrangig als Symbole des Friedens, der Ruhe, des ewigen Lebens (Palme) und des Paradieses, der messianischen Verheißung der Auferstehung (Rose) zu interpretieren. Die Blumen weisen generell auf die Flüchtigkeit, die Zerbrechlichkeit und Kurzlebigkeit des irdischen Lebens hin.
Die Stele ist in klassizistischer Einfachheit gehalten, die Verwendung der Rosen in Kombination mit der Schleife hat etwas von einer romantischen Trauerassemblage an sich.
Die Inschrift vorne ist in deutsch mit hebräischer Eingangs- und Schlußformel.
Die Rückseite der Stele ist nicht struktuiert und trägt keine Ornamente. 
 
2
<b> Kahn Mathilde </b>
Kahn Mathilde
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 2

Steinmetz/Bildhauer: A. Mathis

Beschreibung:
Die Stele mit einem eingezogenen Dreiecksgiebel steht auf einem mit auskragender Leiste abgegrenzten Sockel. Die Stele steht auf einem sehr hohen, im Vergleich zum nebenstehenden Grab von S. Mayer, in klassizistischer Manier bossiertem Sockel (Simulation eines Bruchsteinmauerwerkes). Die Stele ist von einem glatten Rahmen umgeben, der sich bis in den Dreiecksgiebel hineinzieht. Der eingezogene Giebel ist von Eckakroterien mit Akanthusmotiven gekrönt und von einem Knauf auf der Spitze. In den Giebel eingeschrieben ist das Symbol des Lorbeerkranzes mit Schleife. Eine Leiste trennt den Giebel vom Schriftfeld, welches nach oben hin von einem Bogenfries gerahmt wird.
Der Kranz gilt als Zeichen einer ehrenvollen verstorbenen Persönlichkeit, im Kontext eines Grabes ist er oft Zeichen des errungenen Heils.
Die Formensprache des Grabsteines ist die eines etwas verspielten Klassizismus.
Die Inschrift ist deutsch.
Auf der Rückseite gibt es weder Ornamente noch Schriftzeichen. 
 
3
<b> Steinbach Babette </b>
Steinbach Babette
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 3

Beschreibung:
Es handelt sich bei diesem Grabstein um eine einfache rundbogige Stele, die auf einem glatten, nicht sehr hohen, integrierten Sockel ruht. In die rundbogige Stele eingeschrieben ist ein Maßwerkrundbogen. Die Schriftplatte ist nicht nur stark verwittert, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit mutwillig zerstört worden. Weder Symbole, Ornamente noch Schriftzeichen sind zu erkennen.
Daß es sich um das Grab von Babette Steinbach (1802-88) handelt, ist dem Totenregister (bei Tänzer) zu entnehmen.
 
 
4
<b> Brettauer Simon </b>
Brettauer Simon
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 4

Beschreibung:
Das Grab von Simon Brettauer (1875-1888) ist ein außergewöhlich naturalistisch gestaltetes Grabmal. Der abgeschnittene Lebensbaum ist zwar ein Motiv, das im Klassizismus wieder aufgegriffen wurde, das hier aber durch die Verwendung des um den Baum geschlungenen Blattrankenmotivs und den Wurzeln des Baumes, die sich förmlich in das imitierte Bruchsteinmauerwerk krallen, einen naturalistisch-romantischen Charakter erhält. In diesem Grabmal drückt sich eindrücklich der Schmerz aus, den der Verlust eines jung Verstorbenen (13 Jahre) hinterlassen muß. Die Wahl des gebrochenen Lebensbaumes als Paraphrase auf ein jäh geendetes, hoffnungsvolles Leben ist also naheliegend.
Die am Stamm des Baumes treibenden Blätter sind Symbol der Überwindung des Todes, der Baum selbst ist ebenfalls ein Unsterblichkeitssymbol, wenn er auch fallen muß.
Die Grabinschrift in deutsch mit hebräischer Schlußformel befindet sich auf einer Platte auf dem bossierten Sockel, umrahmt von dem Wurzelwerk und den Steinen.
Auf dem Baum selbst befindet sich eine kleine, leere oder nicht mehr lesbare Inschriftenstelle. 
 
5
<b> Säger Helene </b>
Säger Helene
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 5

Beschreibung:
Der Grabstein ist fast identisch mit dem Grabstein 1/3: Einfache rundbogige Stele mit integriertem Sockel und Maßwerkrundbogen. Auch diese Schriftplatte ist stark beschädigt, sodass keine weiteren Zeichen zu entziffern sind. Das Grabmal ist möglicherweise verwittert, nicht mutwillig beschädigt. 
 
6
<b> Pflaum Luise geb. Schlesinger </b>
Pflaum Luise geb. Schlesinger
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 6

Beschreibung:
Auch dieses Grab ist wie das vorhergehende eine rundbogige Stele mit Maßwerkrundbogen auf einem Sockel. Es ist höher als die beiden anderen ähnlichen Grabmale, weil die Stele auf einem bossierten Sockel aufliegt. Die Information es handle sich um Luise Schlesinger, stammt vom Tänzer’schen Totenregister. 
 
7
<b> Landauer Wilhelm </b>
Landauer Wilhelm
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 7

Steinmetz/Bildhauer: Theiner

Beschreibung:
Dieses Grab ist ziemlich aufwendig, rein ornamental gestaltet. Es ist ein im neogotisch-klassizistischen Historismus gestaltetes Grabmal. Die rechteckige Stele wird durch das reiche Blendwerk zu einer gotisierenden “Pfortenarchitektur”. Das Blendwerk besteht aus einem geknickten Dreiecksgiebel (Anklang an Maßwerk), darüber ist dem Rechteck reiches Blattwerk und spitzbogiges Kleeblattwerk vorgeblendet, seitlich begrenzt durch turmartige Vorsprünge. Der Dreiecksgiebel ruht auf zwei Säulchen, die gleichzeitig die Stele auf beiden Seiten begrenzen. Die Säulchen bestehen aus der Basis, gedrehten Schäften, vor dem Kapitell sind sie glatt mit aufgesetzten steinernen “Nieten”, die Kapitelle bestehen aus Blattornamenten. Entlang des Dreiecksgiebeles läuft ein Fries aus rundbogigem Maßwerk, das im Scheitel ein Vierblatt formiert. Darunter ist in der rundbogigen Schriftplatte, halbbogig verlaufend, ebenfalls ein rundbogiger Vielpassbogen. Nach unten schließt die Platte in zwei Stufen zum Sockel, der die Stele trägt, ab. Auf der ersten Stufe ist ein Schriftband mit punzierten Rändern, auf dem jedoch keine Inschrift zu lesen ist. Möglicherweise hat nie etwas darauf gestanden und das unbeschriftete Band ist als Teil einer “romantischen Trauerassemblage” (Blaha) zu interpretieren.
Die Inschrift ist in deutsch mit hebräischer Schlussformel. 
 
8
<b> Mayer Marie  (Maier) </b>
Mayer Marie (Maier)
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 8

Beschreibung:
Der Grabstein ist möglicherweise eine sich nach oben verjüngende, gerade oder pyramidal abschließende Stele gewesen. Der Stein ist diagonal abgebrochen, ob aufgrund eines natürlichen oder eines erzeugten Umstandes, ist nicht zu klären. Der Stein ist völlig schmucklos, ohne Symbole: einzig um den Namen ranken sich filigrane wellenartiges Ornamentband mit einigen Schnörkeln. Die Stele steht auf einem vorkragenden Sockel. 
 
9
<b> Löwenberg Adolf </b>
Löwenberg Adolf
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 9

Beschreibung:
Das Grab überragt an Größe die meisten anderen Gräber in dieser Reihe. Es ist eine sich nach oben leicht verjüngende Stele mit flachem, dreieckigem Abschluß. Die Stele ist gerahmt, der vertiefte Teil der Grabplatte ist verwittert oder zerstört, nur eine Andeutung eines Rundbogens ist im oberen Drittel des Steines noch wahrzunehmen. Die Stele steht auf einem Postament, das durch eine vorkragende Leiste von diesem getrennt ist. Auf dem Postament ist eine leeres Schriftfeld, angedeutet durch eine Gravur, vorhanden. 
 
10
<b> Brentano Amalie </b>
Brentano Amalie
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 10

Beschreibung:
Der Grabstein ist eine Stele mit einem kleeblattförmigen Abschluß, wobei dem mittleren Bogen des Kleeblattes ein rundbogiger, plumper Aufsatz rückgeblendet ist. Auf diesem Halbkreis befinden sich zwei kleine rechteckige Bruchstücke eines skulpturalen Elements, das aber fehtl. In der recheckigen Vertiefung ist eine Schriftplatte aus Marmor eingelassen. Die Stele steht auf einem Sockel. Es fehlen Ornamente. Der Grabstein ist ziemlich grob gestaltet. Auf der Rückseite ist die Stele durch drei schmale bis ins obere Drittel des Steines reichende schmale Rundbögen, in Entsprechung zu der Kleeblatt auf der Vorderseite, gegliedert. An den Rändern der Bögen entlang sind Ornamente in Form von horizontalen Strichen angebracht.
 
 
11
<b>Landauer Jeanette </b>
Landauer Jeanette
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 11

Steinmetz/Bildhauer: möglicherweise A. Mathis

Beschreibung:
Auf einem bossierten Sockel steht nur um wenig höher als die vorige eine Stele mit dreieckigem Abschluss. Es ist ein eingezogener, verstärkter Dreiecksgiebel, auf dem sich von einem Ende zum anderen ein Palmenfries durchzieht, der seitlich von Aktroterien begrenzt wird und mit einem rechteckigen Schlußstein bekrönt wird. In die Platte sind zwei rundbögige Maßwerkbögen eingeschrieben. In der Schriftplatte ist die deutsche Inschrift, in der Basis die hebräische Schlußformel eingraviert. Die Stele ist aus Marmor, der Sockel aus Sandstein.
Die Stele ist in einem ornamentalen Klassizismus gehalten.
 
 
12
<b> Frei Flora </b>
Frei Flora
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 12

Beschreibung:
Das Grab ist eines der höchsten in der ersten Reihe. Es ist eine Stele mit einem eingezogenen Rundbogen als Abschluß und einem blattförmigen groß dimensionierten blattförmigen Aufsatz mit eingezogenen Voluten, worin sich eine vermutlich geknickte Rose als Verweis auf das jäh geendete Leben befindet. Auf dem eingezogenen Teil des Rundbogens finden sich auf beiden Seiten knaufartige Aufsätze. In die Stele ist eine rundbogige gerahmte Marmorschriftplatte mit rein deutscher Inschrift in der Mitte eingelassen, in den Zwickeln mit Ornamenten versehen.
Unter der Schriftplatte ist in den Sandstein eine scheinbar funktionslose, rechteckige Platte ausgespart mit Maßwerkornamenten als Rahmen. Vielleicht war darauf vormals eine Inschrift.
 
 
13
<b> Egg Henriette </b>
Egg Henriette
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 13

Beschreibung:
Es handelt sich bei diesem Grab um eine postamentartige Stele, die auf einem Sockel steht. Der flache obere Abschluß ist mit einem großen Aktroterion mit Palmettenmotiv und Voluten bekrönt. Die rechteckige Schriftplatte ist in der Mitte der Stele plaziert und wiederum aus Marmor, diesmal mit hebräischer Schlußformel.
 
 
14
<b> Schwarz Emilie geb. Weiler </b>
Schwarz Emilie geb. Weiler
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 14

Beschreibung:
Es handelt sich um eine spitzbogig zulaufende Stele, die auf einem niederen Sockel steht. Das obere Drittel der Platte ist vom unteren Teil durch einen Balken getrennt, der sich als Rahmen an der Inneseite der Stele durchzieht. Im oberen Teil findet sich eine überdimensionale Variante eines Vierpasses (zwischen den Pässen sind eckige Einschlüsse). Der untere Teil, vermutlich als Schriftplatte konzipiert, ist nach oben hin durch einen rundbogigen Fries abgeschlossen. Die Platte selbst ist verwittert oder beschädigt. Der Nachweis des Namens ergibt sich aus dem Register bei Tänzer.
Die Stele ist in der Mitte abgebrochen und unsachgemäß zusammengesetzt. Hier sind neoromanische und neogotische Stilelemente vermischt. 
 
15
<b> Fränkel Frieda </b>
Fränkel Frieda
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 15


Beschreibung:
Es handelt sich um eine spitz nach oben sich verjüngende Stele, fast in Form eines Obeliskes mit rechteckigem Grundriß allerdings. Der Abschluß ist dreieckig und mit einem Zackenfries versehen. Die Stele ist der ganzen Höhe nach in deutscher und hebräischer Schrift beschriftet. Der Stein ist durch die abwechselnd deutsche und hebräische Inschrift “ornamental” gestaltet. Die Ornamente sind äußerst sparsam. Im Giebel ist eine geknickte Rose als Sinnbild für das früh verloschene Leben (1885 -1894). Über dem Namen ist ein wellenförmiges, filigranes Ornament mit einer Blume angebracht.
Deutlich wird hier die sehr kühle, hier noch mit poetischen Elementen versehene klassizistische Formensprache, die nach 1893 verstärkt einsetzt.
 
 
16
<b> Menz Albert </b>
Menz Albert
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 16

Steinmetz/Bildhauer: möglicherweise A. Mathis

Beschreibung:
Es handelt sich bei diesem Grab um eine Stele mit einem flachen, dreieckigen Giebel, auf dem ein mit Blattwerk versehener Knauf aufsitzt. Der Grabstein ist in klassizisitischer Manier in der Art einer Ädikula gestaltet: Auf der Basis steht eine von dünnen Säulen (Basis, Schaft und Kapitell) und Giebel bekrönte Stele, die wiederum auf einem glatten hohen Sockel steht. Von einem Kapitell zum anderen zieht sich ein von einem punzierten Zackenfries geschmückter Rundbogen, der wiederum zur Schriftplatte überleitet. Diese ist von einem Vielpassrundbogen mit runden Punzierungen in der Mitte der jeweiligen Bögen nach oben begrenzt. Die Stele ist wiederum aus Marmor, der Sockel aus Sandstein. Die Inschrift ist in deutsch mit hebräischer Schlussformel. 
 
17
<b> Eggmann Wilhelm </b>
Eggmann Wilhelm
Standort: Sektor A, Reihe 1, Grab 17

Beschreibung:
Es handelt sich um eine einfache, rundbogige Stele, die vermutlich zu einem großen Teil in den Boden versunken ist. Der obere Abschluß ist durch einen Rundbogenfries gerahmt. Es sind keine Symbole zu erkennen.